Wie KI unsere Agenturarbeit besser macht

KI ist bei kreativprotz längst Teil des Arbeitsalltags. Alex erzählt, wo sie uns wirklich hilft, warum ohne menschliche Kontrolle nichts geht und weshalb gute KI-Arbeit Zeit und Wissen braucht.

KI ist aus dem Agenturalltag nicht mehr wegzudenken. Welche Rolle spielt KI bei kreativprotz?
Wir setzen KI gezielt in unterschiedlichen Prozessen ein und probieren immer wieder neue Möglichkeiten aus. Beispielsweise nutzen wir verschiedene KI-Modelle als Lektor für Texte, bei der Recherche, um Strategien zu überprüfen oder auch beim Videoschnitt. Aber man muss dranbleiben. Deshalb investieren wir viel in Weiterbildung. Da kann es auch nicht schaden, wenn uns KI-Experten regelmäßig auf den neuesten Stand bringen. Uns ist wichtig, dass wir die Prozesse verstehen und beherrschen.

Wie siehst du die Zukunft mit KI für eure Arbeit und eure Kunden?
Ich bin ein optimistischer Mensch und sehe den Wandel erst einmal positiv. KI kann uns Routinearbeiten abnehmen. Dadurch bleibt mehr Zeit für die Anliegen unserer Kunden sowie für kreatives und strategisches Denken. Wenn wir diese Möglichkeiten nicht nutzen würden, würden wir schlicht Effizienz liegen lassen.

Magst du konkrete Beispiele nennen?
Wie erwähnt sparen wir etwa bei der Recherche viel Zeit. Claude und ChatGPT bieten da enorme Möglichkeiten. Ich persönlich nutze die Modelle auch gern zum kreativen Pingpong. Manchmal lasse ich zwei Modelle gegeneinander pitchen. Das kann ziemlich witzig sein. Natürlich ist längst nicht alles brauchbar, aber für die eine oder andere Wortspende oder Idee bin ich durchaus dankbar.
Auch bei Kundenprojekten können wir bestimmte Arbeiten schneller umsetzen, etwa aufwendige Retuschen oder Aufgaben in der Videoproduktion. Dadurch können wir teilweise Dinge anbieten, die früher viel zu viel Zeit gekostet haben und damit für Kunden häufig zu teuer gewesen wären.

Wird es dadurch nicht günstiger?
Leider nein. Damit KI gut funktioniert, müssen wir ständig unsere Prompt-Fähigkeiten trainieren und für jede Aufgabe vernünftigen, nachvollziehbaren Kontext erstellen. Die KI muss schließlich wissen, was sie tun und welche Informationen sie nutzen soll. Dann kommt die eigentliche Arbeit. Ergebnisse kuratieren, kontrollieren, Fehler finden und Texte so überarbeiten, dass sie nicht nach KI klingen. Die einzelnen Prozesse werden schneller, aber gleichzeitig ist Marketing komplexer geworden und wir müssen heute viel mehr Kanäle bedienen. Der Aufwand verschwindet nicht einfach.

Glaubst du, dass KI Agenturen langfristig ersetzen könnte?
Aktuell denke ich das nicht. Design gibt einem Unternehmen ein individuelles Gesicht. Genau das kann man nicht einfach automatisieren. Mein Eindruck ist, dass wir gerade immer mehr Einheitsbrei sehen. KI-generierte Bilder und Inhalte wirken schnell austauschbar. Die Modelle liefern das Wahrscheinliche und damit häufig etwas, das sich irgendwo in der Mitte bewegt.

Unsere Kunden möchten sich aber abheben und klar positionieren. Das wollen wir auch.
Was magst du nicht an KI?
Dass sie einen ständig lobt. Egal, was man fragt, erst einmal heißt es: Das ist eine gute Frage.
Ich finde diese Gefallsucht der Modelle schon seltsam. Und ich glaube, sie kann einem auch einen falschen Eindruck vermitteln. Nur weil die KI begeistert reagiert, ist eine Idee noch lange nicht gut.

Mein Tipp deshalb:
Stell deine KI so ein, dass sie kritisch antwortet, Widersprüche sucht und nicht alles gut findet. Das macht Projekte meistens besser.

Und nicht vergessen: Seit dem 2. August 2026 gelten nach dem EU AI Act neue Transparenzpflichten. Bestimmte KI-generierte oder manipulierte Inhalte müssen künftig als solche erkennbar sein. Das solltest du bei deiner Kommunikation mitdenken. 

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